Am 17. November wurde die Bildungsreform präsentiert. Wir haben die Bildungsreform analysiert und werden in den kommenden Tagen alle Aspekte der Reform beleuchten.
Im Frühjahr 2015 war es klar – es wird eine Bildungsreform kommen. Diese Bildungsreform wird von der Bildungsreformkommission ausgearbeitet werden. In dieser Kommission sitzen Politker_innen aus der Bundesregierung (Heinisch-Hosek, Ostermayr, Mahrer, Mikl-Leitner), sowie Landeshauptmenschen (Kaiser, Pröll, Niessl, ..).
Schon zu Beginn war klar, dass es eine Reform der Schulverwaltung werden wird. Deshalb wurden Schüler_innen oder Lehrer_innen nicht in die Kommission geladen werden – denn es betrifft sie ja nicht direkt.
Immer wieder wurde in der Diskussion um die Bildungsreform das Schlagwort „Schulautonomie“ genannt. Immer mehr Expert_innen und Interessensvertretungen nahmen Stellung zu diesem Thema. Auch die Umstrukturierung der Schulverwaltung wurde erwartet – vielleicht die Abschaffung der Landesschulräte und Kompetenzenverteilung zwischen Bund und Länder. Doch was genau passieren wird, wussten wir nicht.
Am 17. November wurde die Bildungsreform präsentiert. Sie ist ein 16 Seiten langes Dokument in dem steht, wie sich die Schule verändern soll. „Zum Wohl der Kinder“ wird gesagt. Wie bei jeder Reform gibt es positive und negative Punkte, die man besprechen muss. Wir haben die markantesten Punkte herausgestrichen und werden diese nun beschreiben.
Jedes Kind ab 3,5 Jahren soll einen Bildungskompass erhalten. In dem werden verschiedene Entwicklungsschritte der Kinder festgehalten. Dazu gehören Kompetenzen wie entwicklungspsychologische, kognitive, motorische, soziale, emotionale oder sprachliche Fähigkeiten aber auch die Entwicklungen verschiedenerer Kernkompetenzen. In dem Bildungskompasse sollen alle (Sprach-)Fördermaßnahmen und Entwicklungsstände der Kinder festgehalten werden.
Der Hintergrund dabei ist, dass die Pädagog_innen der Kindergärten bis dato nicht mit den Volksschullehrer_innen kommunizieren, welche Förderungen ein Kind braucht, damit es gut lernen und leben kann. Mit dem Bildungskompass soll das geändert werden.
Auf den ersten Blick scheint das eine gute Idee zu sein – immerhin will man nur die beste Förderung für die Kinder. Doch auf den zweiten Blicken lassen sich viele Probleme erkennen, da viele Fragen offen bleiben. Wie sieht der Bildungskompass aus? Ist es ein schriftliches Feedback? Oder ist es eine Checkliste, die alle Kinder erfüllen müssen? Wer kann in diesen Bildungskompass einsehen? Können Arbeitgeber_innen die Bildungskompasse ihrer Arbeiter_innen im Nachhinein anfordern und einsehen? Ist der Bildungskompass vielleicht sogar ein Mittel, um die Kinder noch mehr zu selektieren?
Das war der erste Teil unserer Reihe zur Bildungsreform. Morgen werden weitere Punkte der Reform analysiert.
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