1. Mai 2016
Geschrieben von

Victory to the Miners!

oder: Warum Solidarität immer aktuell ist

Im britischen Film „Pride“ aus dem Jahr 2014 geht es um den gemeinsamen Kampf homosexueller Aktivist_innen und streikenden Bergarbeiter_innen gegen die neoliberal-konservative Regierung Margaret Thatchers im Großbritannien der 80er-Jahre. Erzählt wird die – auf wahren Gegebenheiten beruhende – Lebensgeschichte von Mark Ashton, einem Aktivisten* der LGBTQIA+-Bewegung.

 

Auf der Gay Pride Demo im Sommer 1984 beschließt eine Schwulen- und Lesbengruppe aus London unter dem Namen „Lesbians and Gays Support the Miners“ (=LGSM; zu Deutsch: Lesben und Schwule für die Bergarbeiter_innen) Spenden für die Familien streikender Bergleute zu sammeln. Diese befinden sich – unter Führung der Gewerkschaft – in einem Streik gegen die Regierung Margaret Thatchers, da diese vorsieht die Bergwerke zu privatisieren. Nach anfänglichem Sträuben der Gewerkschaft, macht sich die Gruppe (angeführt von Mark Ashton) auf eigene Faust auf die Suche nach einer Gemeinde, die sie unterstützen können. Im walisischen Dorf Onllwyn finden sie in Gestalt einiger Politiker_innen und Frauen* streikender Bergleute Verbündete und sammeln fortan bei jeder Gelegenheit Spenden. Die Dorfbevölkerung gewöhnt sich an die Gruppe, die sie immer wieder besuchen kommt, doch gibt es einzelne Gegner_innen dieser Allianz, die auch nicht davor scheuen, die Presse zu informieren, um die Streikenden so ins Lächerliche zu ziehen.

Nichtsdestotrotz veranstaltet LGSM ein Benefizkonzert in London, an dem auch viele Bewohner_innen Onllwyns teilnehmen. Nach Ende des Streiks unterstützt die Gewerkschaft der Bergarbeiter_innen mit mehreren Bussen die Gay Pride Demo 1985 in London, wo sie den Zug anführen.

Die Londoner Gruppe LGSM bildete sich v.a. rund um die Buchhandlung „Gay’s the Word“. Im Laufe des Streiks bildeten sich mehrere Gruppen in Großbritannien, die erfolgreich Spenden sammelten um die Streikenden in ihrem Kampf gegen die neoliberale Regierung der „Eisernen Lady“ zu unterstützen (allein die Gruppe in London sammelte über 11.000 Pfund), da sie selbst auch von massiver Unterdrückung durch die Regierung betroffen waren. Auch wenn die Bergarbeiter_innen den Streik schlussendlich verloren und so die Gewerkschaften und auch die Arbeiter_innenbewegung an sich in Großbritannien massiv an Bedeutung verloren, konnte diese Allianz doch auch Erfolge verbuchen: So wurde z.B. nach der Gay Pride 1985 ein – schon Jahre vorliegendes – Gesetz abgestimmt, das die Rechte der LGBTQIA+-Personen stärkte.

Es gibt viele Gründe, sich diesen Film anzuschauen – seien es die wunderbar unterschiedlichen Figuren, die Darstellung des gemeinsamen Kampfes mehrerer unterdrückter Gruppen oder die Szene, in der das ganze Volksheim Onllwyns nach einer Rede Mark Ashtons „Bread and Roses“ singt. Und wer ganz genau schaut, entdeckt vielleicht sogar ein paar Darsteller_innen aus „Harry Potter.

Hier gehts zum Trailer

Aktivist_innen der Gruppe LGSM Foto: Nicola Dove
Aktivist_innen der Gruppe LGSM