29. November 2015
Geschrieben von

Männer*hass und Kampfemanzen*

Wenn wir heute über Männer* und Feminismus reden, werden die meisten den Kopf schütteln und den Blick abwenden, während sie sich vor einer gigantischen Welle von Rollenbildern und Vorurteilen wiederfinden. Es sind immer noch vor allem Frauen*, die für ihre Rechte kämpfen. Aber heißt das denn gleichzeitig, dass wir allein sind? Nein, auf gar keinen Fall!

Fehlinterpretation

Laut dem Duden (von allen Seiten als der höchste Richter der Rechtschreibung und Definitionen bekannt) ist Feminismus eine „Richtung der Frauenbewegung, die, von den Bedürfnissen der Frau ausgehend, eine grundlegende Veränderung der gesellschaftlichen Normen (z.B. der traditionellen Rollenverteilung) und der patriarchalischen Kultur anstrebt“. Diese Definition beschreibt knapp und einfach wofür sich die Bewegung einsetzt, aber viele, vor allem Männer*, schließen daraus, dass gerade der männliche* Teil der Bevölkerung vom Feminismus ausgeschlossen ist, weil er sich primär um die Verbesserung der Frauen*rechte bemüht. Doch diese Grundidee, die nur nebenbei bemerkt die Gleichstellung, und nicht die Unterdrückung der Männer* als Ziel hat, sollte und darf nicht nur Sache der halben Weltbevölkerung sein.
Gleichstellung bedeutet die Abschaffung von traditionellen Rollenbildern und Diskriminierung, ein freies, uneingeschränktes Leben und gleiche Chancen für alle. Das ist es, was Feminismus ausmacht und das ist es, was Feminismus ist. Niemand sollte sich dafür rechtfertigen müssen, diese Gedanken zu unterstützen. Denn wo wären wir heute ohne den Feminismus?

Wem die Macht?

Ok noch einmal von vorne: Im Feminismus geht es um die Abschaffung der patriarchalen Strukturen, nicht um die Umkehrung des bisherigen HERRschaftssystems. Das heißt es geht nicht um eine neue, männer*feindliche, Regierung, sondern eine komplette Umstrukturierung in allen Ebenen der Gesellschaft. Die gleichen Rechte für alle, unabhängig des Geschlechts, der Herkunft oder der sexuellen Orientierung. Gleichberechtigung legt den Grundstein für die Abschaffung von Machtstrukturen, die unsere Weltbevölkerung in Klassen aufteilt und Menschen auf- und abwertet.

Von Prinzessinnen und Superhelden

Frauen* hinter den Herd und Männer* als Autoritätspersonen. Noch immer haben wir mit den traditionellen Rollenbildern zu kämpfen, aber woher kommt eigentlich die Angst davor, dass sich alle Menschen im Leben, ungeachtet aller eingebrannten Klischees und Vorurteile, auf Augenhöhe begegnen könnten?
Johanna Dohnal, Feministin und ehemalige österreichische Politikerin, brachte es mit ihrer Aussage über Frauen* in der Politik auf den Punkt: „Mehr Frauen in der Politik bedeutet gleichzeitig weniger Männer. Und genau das ist der Grund und nichts anderes, warum die Steigerung des Frauenanteils in den gesetzgebenden Körperschaften in diesen sieben Jahrzehnten so gering war.“ Sie beschreibt hier, dass es nicht die Angst davor war, mehr Frauen* miteinbinden zu müssen, sondern dass die direkte Folge davon, ein geringerer Männer*anteil ist. Genau aus diesem Grund, muss der Gesellschaft klar werden, dass Frauen* genauso fähig sind wie Männer* in der Politik zu arbeiten, in Führungspositionen zu sitzen und den Ton anzugeben. Das diskriminierende Rollenbild der dummen, leichtgläubigen, immer lächelnden Frau*, die alles für ihren Mann* macht, darf keinen Platz mehr in einer Gesellschaft haben, die „eh schon gleichberechtigt ist“. Frauen* sind stark und müssen auch endlich so wahrgenommen werden.

seawanhakapress.com Foto: seawanhakapress.com