Am 11. November lädt der Nationalratspräsident Walter Rosenkranz gemeinsam mit dem "Dinghofer-Institut" zum "Dinghofer-Symposium" nach Wien.
Der geehrte Dinghofer war NSDAP-Mitglied und bekennender Antisemit. Kritiker werfen Rosenkranz vor, seine Verantwortung für eine aktive Erinnerungskultur zu missachten.
Nationalratspräsident Walter Rosenkranz und das „Dinghofer-Institut“ laden am 11. November zum sogenannten „Dinghofer-Symposium“ ins Parlament. Unter dem Motto „Zensur und Ideologisierung – Die Freiheit in Gefahr!“ wird, nach Reden von diversen FPÖ- Nationalratsabgeordneten und einem Vortrag, der sogenannte Franz-Dinghofer-Medienpreis und eine Medaille, die denselben Namensgeber hat, verliehen.
Warum diese Veranstaltung jedoch höchst problematisch ist, liegt nach kurzer Recherche auf der Hand. Ernst Dinghofer, der von Rosenkranz als „einer der Architekten der 1. Republik“ beschrieben wird, war zuerst im deutschnationalen Lager der Zwischenkriegszeit tätig und trat 1940 der NSDAP bei. Der Selbstbezeichnete „Antisemit“ war von 1907-1918 als Bürgermeister von Linz und belegte dann bis 1938 in verschiedenste Ämter in der Bundespolitik. Wie schon erwähnt trat Dinghofer 1940 der NSDAP bei und war auch nach dem 2. Weltkrieg noch, bis zu seinem Tod als Mitglied im VdU, der „Vorgängerpartei“ der FPÖ, die in der Nachkriegszeit als Sammelbecken für ehemalige Nazis galt.
Dass ausgerechnet Walter Rosenkranz diese Veranstaltung gutheißt, ist kein Wunder. Als Mitglied der erzkonservativen und Rechtsextremen Burschenschaft „Libertas“, die bis vor kurzem noch den „Arierparagraphen“ als Eintrittskriterium verteidigte, tätigte er im Rahmen eines Jubiläums höchst problematische Aussagen, wie etwa, dass Burschenschafter, von denen einige auch in der NSDAP tätig waren, in der Zwischenkriegszeit „Leistungsträger“ gewesen seien.
Als Nationalratspräsident und dadurch einer der einflussreichsten Männer der Bundespolitik, sollte Rosenkranz neben der Ausübung seines Amtes, genauso für die Wahrung der demokratischen Grundordnung und eine aktive Gegenkultur Einstehen. Durch diese Aktion beweist er wieder mal das Gegenteil. Ein großer Teil der Bundespolitik, Historiker_innen, die IKG und andere Organisationen fordern eine Absage des Symposiums und verurteilen die Aktionen Rosenkranz’ zutiefst.
Foto:
Walter Rosenkranz