7. Dezember 2015
Geschrieben von

Eine Frau* kommt in eine Bar…

Ein Beispiel das zeigen soll, dass Sexismus immer noch allgegenwärtig ist, und Frauen* auch heute noch nicht nur in Rollenbilder gedrängt werden, sondern auch mit Übergriffen konfrontiert sind.

Eine Frau* kommt in eine Bar…

…und sofort haften die Blicke zahlreicher Männer auf ihr. Dabei schwirren die Worte ihrer Mutter in ihrem Kopf herum: „Schmink dich nicht so stark und zieh dir einen längeren Rock an, sonst vermittelst du den Burschen, dass du leicht zu haben bist! Dein Outfit schreit ja geradezu danach, dass du begrapscht werden willst!“ …

…und bestellt sich etwas zu trinken. Ein Typ fragt sie, ob sie allein da sei, oder wo denn ihr Beschützer bleibt. Sie ignoriert ihn und wendet sich mit dem Rücken von ihm ab. Er greift ihr daraufhin auf den Hintern und sagt: „Was bist du denn so schüchtern, ich beiß eh nicht.“ Die Frau* dreht sich um und bittet ihn sie in Ruhe zu lassen. Er bleibt stur stehen und fängt an mit ihren Haaren zu spielen. Sie sagt: „Hör auf damit!“ Er macht weiter. Sie: „Mein Freund hat mir gerade geschrieben dass er jeden Moment da sein sollte.“ Auf diese Aussage hin hört der Mann auf sie anzufassen und geht weg….

…und während sie tanzt und mit Freundinnen* redet wird sie mehrmals von Typen ungewollt angesprochen und bedrängt. Sie und ihre Freundinnen* verschwinden auf der Toilette, ohne überhaupt aufs Klo zu müssen. Sie stehen bei den Waschbecken und reden über verschiedene Typen, wer mit wem schmust und wie es ihnen geht. Das Klo ist überfüllt mit anderen Frauen*, die genau dasselbe tun…..

…und der Abend vergeht und es ist mittlerweile 01.00 Uhr in der Früh. Die Frau* sucht ihre Freundinnen* um gemeinsam mit dem Taxi nachhause zu fahren. Ihre Mütter bestehen darauf dass sie nicht länger bleiben und zusammen nachhause kommen. Frauen* dürfen nämlich nicht zu lange oder alleine unterwegs sein, da ihnen dann etwas zustoßen könnte…

Na und?

Wenn ich mich als Frau* beim Fortgehen von einem Mann bedrängt oder belästigt fühle reicht leider ein einfaches „Lass mich!“ oder „Nein!“ nicht aus, um in Ruhe gelassen zu werden. Akzeptiert wird mein „Nein“ erst dann wenn ich klar mache dass ich einen „Freund“ habe der zufällig gerade an der Bar steht. Der Fakt dass man als Frau* erst in Frieden gelassen wird wenn man behauptet man wäre an einen anderen Mann „vergeben“ zeig, dass Frauen* sich immer noch hinter Männern verstecken müssen.

Frauen*klos werden ständig als Rückzugsorte benützt. Diese sind notwendig, da Frauen* sich in Anwesenheit von dominanten und aufdringlichen Männern unwohl fühlen. Sie suchen sich den Raum, der ihnen auf der Tanzfläche oder an der Bar weggenommen wurde, deshalb woanders.

Bereits von klein auf lernen Frauen und Männer andere Dinge. Frauen wird gesagt sich Schutz suchen zu müssen und sich ihrer Umgebung anzupassen, anstatt Männern beizubringen die Grenzen anderer zu respektieren.

Weiterhin wird das Outfit und Make Up von Frauen* als Rechtfertigung für Übergriffe verwendet. Ihnen wird gesagt sie seien selber Schuld, dass sie bedrängt werden wenn sie sich „provokativ“ anziehen. Das Aussehen einer Frau* sagt nichts über ihre Verfügbarkeit oder ihren Beziehungsstatus aus.
Stop telling girls* how to dress, tell boys not to rape!

wordpress.com Foto: wordpress.com