In fast jeder Stadt findet man sie – Graffitis, Tags, Stencils, Sticker. An jeder Ecke findet man etwas, das das Streetart-Herz hüpfen lässt. Die Streetart-Szene ist männer*dominiert. Doch wir stellen euch heute Frauen* vor, die die Szene für sich erobern.
Streetart ist grundsätzlich Kunst im öffentlichen Raum, das heißt an Hauswänden, auf der Straße, an Straßenlaternen. Es gibt wohl keinen Platz, an dem noch kein_e Streetart-Küntler_in ein Werk hinterlassen hat. Wichtig dabei ist, dass die meisten Künstler_innen nicht erst auf die Genehmigung warten, sondern sich den Platz einfach nehmen.
Die Materialien, die verwendet werden, sind so vielschichtig wie die Künstler_innen selbst. Manche verwenden Spraydosen, manche Stifte, manche Pinsel und Maler_innenrollen, manche Sticker und manche verwenden Moos.
Die wohl bekannteste Persönlichkeit in diesem Umfeld ist Banksy. Banksy fällt immer wieder mit provokativen Motiven rund um die ganze Welt auf. Sein Markenzeichen ist eine Ratte und eines seiner bekanntesten Werke sind zwei sich küssende Polizisten in London. Auch hier merkt man, dass die bekannteste Person ein Mann ist.
Streetart ist ein Lebensbereich, der stark von Männern* dominiert ist – zumindest der Teil, von dem man die Namen kennt. Denn viele Künstler_innen verbergen ihre Identität, um sich selbst zu schützen.
Heute wollen wir die Chance nützen und dir ein paar Künstlerinnen* vorstellen:
Alice Pasquni kommt aus Italien, wo sie in den 1990er Jahren begann, sich mit Streetart zu beschäftigen. Von Nacht-und-Nebel-Aktionen (die es in der Szene sehr oft gibt) hält sie nicht viel – sie macht ihre Kunstwerke tagsüber, oft während sie dabei von der Polizei beobachtet wird. Sie ist eine strikte Gegnerin der Idee Streetart in Museen auszustellen. Mit ihren Werken will sie die Gefühle und Beziehungen von Menschen festhalten. Deshalb ist ihre Kunst keine Provokation, sondern „nur“ schön anzusehen.
Tatyana Fazlalizadeh kommt aus den USA und ist eine Malerin, Street-Artkünstlerin und Illustratorin. In ihrer Arbeit konzentriert sie sich auf klassische Portraitmalerei, die sie mit politischen und sozialen Themen verbindet. 2012 startete sie das Projekt „Stop Telling Women To Smile“, mit dem sie sexuelle Belästigung von Frauen* auf der Straße thematisiert. Dabei sind auch Sätze wie „My Name is not Baby“, „My outfit is not an inivitation“ oder „Women are not outside for your enertainment“ enthalten.
Dieynaba Sidibe ist eine senegalische Streetart-Künstlerin. In ihren Werken thematisiert sie weibliche Rollenbilder und Gleichberechtigung. Sie musste innerhalb ihrer Familie dafür kämpfen, Kunst machen zu können, denn ihre Mutter wollte, dass sie Ärztin werden sollte. Also bringt sie auch immer wieder Emanzipationsgedanken in ihre Arbeit ein.
Bambi wir als weibliche Banksy bezeichnet. Mit 9 Jahren bekam sie zum ersten Mal Sprühdosen geschenkt und seit dem sprüht für ihr Leben gerne. Bambi sieht ihre Kunst als Freiraum das zu machen, was sie will. Ihr Ziel ist es nicht berühmt zu werden oder viel Geld zu verdienen, sondern sie will einfach nur ihre Gedanken an Hauswänden verewigen.
Oft sind die Künstler_innen hinter den Werken nicht bekannt. Dennoch wollen wir euch ein paar feministische Bilder nicht vorenthalten.
Foto:
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