16. September 2015
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Was bisher geschah

#BiPolMittwoch

Eine Analyse der Agentur Media Affairs hat ergeben, dass 2015 bisher nur 6% der medialen Berichterstattung das Thema Schule beinhalteten. Als zentrale Herausforderung der Politik hat Bildung jedoch einen weitaus höheren Stellenwert verdient. Um einen kleinen Beitrag dazu zu leisten, steht der Mittwoch auf dem Syntaxblog nun immer im Zeichen der Bildungspolitik. Der #BiPolMittwoch soll informieren, analysieren und Schüler_innen ins Zentrum des Diskurses stellen.
Begonnen wird mit einem Rückblick darauf, was im Sommer passierte und was uns dieses Schuljahr erwartet.

Bildungsreformkommission

Die Bildungsreformkommission ist eine von der österreichischen Bundesregierung eingesetzte Arbeitsgruppe, die sich erstmals im Jänner zusammensetzte. Aufgabe dieser Arbeitsgruppe ist die Erarbeitung einer Schulverwaltungsreform, die am 17. November präsentiert werden soll.

Wollten auch mal Sommerferien“

E.P. und H.N.

Anfang Juli verließen Erwin Pröll und Hans Niessl, die Landeshauptleute von Niederösterreich und dem Burgenland, die Bildungsreformkommission. Grund dafür waren wohl inhaltliche Differenzen zwischen Pröll und Niessl auf der einen Seite und Gabriele Heinisch-Hosek und der Bundesregierung auf der anderen Seite.

Abgesehen von diesem Vorfall war die Berichterstattung über das Thema relativ rar gesät. Das mediale Interesse an der Diskussion rund um die Reformierung des Schulsystems wuchs jedoch durch den öffentlichen Druck der Initiative Neustart Schule. Die Initiative wird von bekannten Persönlichkeiten wie dem Ex-Finanzminister Hannes Androsch und Interessensvertretungen wie der Industriellenvereinigung unterstützt und präsentierte in einer Presse Aussendung am Dienstag ihre Vorschläge für eine „Revolution“ des Bildungssystems.

Die Forderungen

Die Plattform fordert unter anderem „mehr Autonomie, eine moderne und schlanke Schulorganisation und eine Aufwertung der Elementarbildung“.

Die Aufwertung der Elementarbildung umschließt die Forderung nach einer universitären Ausbildung für Kindergartenpädagog_innen und zwei verpflichtende Kindergartenjahre. (Österreich ist in der EU das einzige Land, in dem es keine solche universitäre Ausbildung gibt)

Das „bildungspolitische Zauberwort“ Schulautonomie bedeutet für die Initiative, dass Schulen freier entscheiden können sollen, welche Lehrpersonen sie einstellen können und ein eigenes Budget zur Verfügung gestellt bekommen. Auch Unterrichtszeit und Tagesablauf sollen die Schulen selbst festlegen können.

Um eine schlanke Schulorganisation zu ermöglichen soll in Zukunft der Bund für die Gesetzgebung und deren Ausführung zuständig sein und Bildungsziele vorgeben. Zurzeit liegt noch vieles in den Händen der Bundesländer.

„Wir sind gemeinsam auf einem guten Weg in Richtung 17. November.“

Gabriele Heinisch-Hosek

Begrüßt wurden die Vorschläge der Initiative auch von der Bildungsministerin. Sie glaubt, dass auch auf Regierungsebene eine Einigung erreicht wird und sie am 17. November eine sinnvolle Schulverwaltungsreform präsentieren kann.

(welche Reformen für Schüler_innen sinnvoll wären, wird nächsten Mittwoch erläutert)

Was das Schuljahr 2015/16 mit sich bringt

Ab dem heurigen Schuljahr sind alle ersten Klassen der Hauptschule bereits auf die Neue Mittelschule umgelegt. Bis 2018/19 werden also alle Klassen umgestellt sein. Außerdem wird mit diesem Schuljahr die Zentralmatura auch auf die Berufsbildenden Höheren Schulen (BHS) ausgeweitet.

Im Herbst finden auch wieder die PISA-Studien statt. 8000 Schüler_innen werden in Mathematik, Leseverständnis und Naturwissenschaften getestet. Die Ergebnisse der PISA-Studie führen regelmäßig zu Debatten über das österreichische Bildungssystem, weil Österreich unterdurchschnittlich abschneidet.

Syntaxblog Foto: Syntaxblog