23. März 2021
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Psychische Erkrankungen bei Schüler_innen – Überall, und doch tabu

Über „Mental Health“ (Mentale Gesundheit) bekommen wir hin und wieder etwas zu hören, aber thematisiert oder wirklich angesprochen wird das Thema weder in der Schule noch sonst wo. Weshalb wird ein allgegenwärtiges, uns alle betreffendes und höchst relevantes Thema nicht angesprochen?

Es betrifft uns immer und überall!

Die Mentale Gesundheit stellt im Leben eines Jugendlichen und eines Erwachsenden eine große Wichtigkeit, dabei spielen sehr viele verschiedene beinflussbare und nicht beinflussbare Faktoren eine Rolle. Ein paar dieser Faktoren sind beispielsweise das soziale und familiäre Umwelt, sowie das eigene Selbstvertrauen und die Arbeitsbedingungen. Letzteres ist vor allem für Schüler_innen ein sehr relevanter Faktor. Da der Leistungsdruck der Schüler_innen in Österreich immer weiter steigt und sich das auf die eigene Psyche auswirkt. Aber genaugenommen hängen alle diese Faktoren mit unserem Bildungssystem zusammen, was bedeutet das dieses einen sehr großen Einfluss auf uns hat und in unserem Fall einen negativen Einfluss. Denn die sozialen Kontakte können nur mit viel Freizeit genutzt werden was mit einem solchen Leistungsdruck oft sehr schwierig ist. Die Familie hängt wie vorhin schon erwähnt oft damit zusammen denn Druck wird auch gerne von den Eltern ausgeübt. Selbstvertrauen spielt oft eine große Rolle bei den Leistungen die in der Schule erbracht werden und die Arbeitsbedingungen, wie es sich in der Schule lebt und wie wir alle wissen könnte die Schule ein definitiv angenehmerer Ort sein als jetzt.

 

“Leistungsdruck gehört zum Leben“

„Leistungsdruck ist normal im Leben“, wurde dir das schon mal gesagt? Um die Tatsache zu vertuschen, dass Leistungsdruck ein großes Problem im Leben der heutigen Jugend darstellt. Denn erwartet werden perfekte Noten und das schon im frühen Alter, in Deutschland waren im Jahr 2017 allein rund 26.500 bei der KKH (Kaufmännische Krankenkasse) versicherte Kinder und Jugendliche wegen Anpassungs-, Angst oder Schlafstörungen, Burnout, Depressionen sowie somatoformen Störungen (Gruppe von Psychischen Krankheiten) in Therapie. Außerdem ergaben die Ergebnisse der epidemiologischen Studie zu Prävalenz von Psychischen Erkrankungen in Österreich, dass fast ein Viertel alles Jugendlichen in Österreich aktuell an einer Psychischen Erkrankung leiden und über ein Drittel der Jugendlichen hat irgendwann im Leben eine seelische Erkrankung.

 

Wir werden im Stich gelassen

Die Zahlen solcher Studien zeigen klar, dass Mental Health doch so viele von uns betrifft, aber andererseits im Schnitt nur die Hälfte der Jugendlichen in Behandlung ist. Wieviele Jugendliche in deinem Umfeld kennst du die öfter an Leistungsdruck leiden? Und jetzt frag dich wie vielen ernsthaft geholfen wird. Das hängt mit verschiedenen Faktoren zusammen z.B. das nicht thematisieren eines solchen Problems, was dazu führt, dass es kleingeredet wird. Denn die meisten Probleme in unserer Gesellschaft werden irgendwo angesprochen sei es in der Schule, in der Politik oder auch nur im Radio, alle sagen etwas zu dem Thema und so wird es immer interessanter.

Nehmen wir als Beispiel Umweltschutz, das Thema auch wenn es noch nicht so richtig in unserem Bildungssystem angekommen ist, wird immer mehr thematisiert. Umweltschutz spielt in der Politik auch eine große Rolle oder auch in den Medien. Vor mehreren Jahren war das nur ein neben Thema, aber jetzt kommt es langsam auch in der entferntesten Ecke an. Wieso nicht bei Mentaler Gesundheit?

Die Corona-Krise hat das Thema Mental Health bei Jugendlichen in den Medien publiker gemacht aber wirklich thematisiert wurde es nicht. Auch in der Schule wird das nicht erwähnt weder im Stoff noch nebenbei oder von sonst irgendwem. Es ist immer noch ein Tabu Thema. Wer in Österreich sich Therapeutische Hilfe sucht wird meist als abnormal abgestempelt und das vor allem als Jugendliche Person. Denn was in der Gesellschaft passiert macht vor der Schultür kein halt.

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