9. November 2018
Geschrieben von

Wissenschaft ist Mädchen*sache

Welttag der Wissenschaft

Morgen ist der 10. November, Welttag der Wissenschaft. Im Zuge dessen sollte darauf
aufmerksam gemacht werden, dass die Wissenschaft eine Männer*domäne ist. Denn wie
viele Wissenschaftlerinnen* kannst du aufzählen? Und wie viele Wissenschaftler*
kennst du im Vergleich? Wir scheinen vergessen zu haben, dass auch Frauen* in der
Wissenschaft vorhanden sind und eine fundamentale Rolle spielen. Und daran sollte was
geändert werden.

Autor_innen: Maya Gellan, Rubina Meister, Louis Erian

Die wahren Entdeckerinnen*
Hinter vielen bekannten Wissenschaftlern* stehen in Wirklichkeit die Erkenntnisse und
Entdeckungen von Frauen*.
Eine dieser Frauen* war zum Beispiel Rosalind Franklin. Diese entdeckte die
Doppelhelixstruktur der DNA. Doch da ihr Forschungsartikel parallel mit dem von James
Watson und Francis Crick herauskam, welche dieselben Erkenntnisse veröffentlichten, wurde
diesen der Nobelpreis für die Entdeckung verliehen. Später stellte sich heraus, dass Watson
und Crick Forschungsergebnisse von Rosalind Franklin benutzen, weder mit ihrem Wissen
noch ihrer Zustimmung.
Ein weiteres Beispiel ist die Physikerin Lise Meitner, welche gemeinsam mit ihrem Neffen
1939 die erste physikalisch-theoretische Erklärung zur Kernspaltung veröffentlichte. Ihr
Kollege, der Chemiker Otto Hahn, wies diese nach den Anweisungen von Lise Meitner nach
und bekam dann 1944 selbst den Nobelpreis für diese Entdeckung.
Auch Cecilia Payne-Gaposchkin wurde Opfer dieser Männer*domäne. Sie erklärte in ihrer
Doktorarbeit 1925 woraus Sterne und die Sonne bestehen, doch der Astronom Henry Norris
Russell überredete sie es nicht zu veröffentlichen. 4 Jähre später veröffentlichte er dann selbst
ihre Erkenntnisse.
Wie sieht es heute aus?
„Aber das sind alles nur Beispiele von vor vielen Jahren. Heute ist das doch alles anders.“
Dies mag man denken, doch auch heute ist die Wissenschaft noch sehr von Sexismus geprägt.
Obwohl es heutzutage Frauen* möglich ist, in der Wissenschaft tätig zu sein und die Hälfte
aller Studierenden in der EU in diesem Bereich Frauen* sind, nimmt jedoch ihre Anzahl auf
jeder Stufe der wissenschaftlichen Karriereleiter ab.
Das sieht man daran, dass die universitäre Forschung zu 70 Prozent von Männern* geführt
wird. Außerdem ist auffallend, dass der Frauen*anteil in kleineren, nicht-universitären
Forschungseinrichtungen höher ist, jedoch hat man in solchen Einrichtungen schlechtere
Arbeitsbedingungen und Karriereaussichten.
Das bedeutet, dass hier das Phänomen der sogenannten gläsernen Decke eindeutig sichtbar ist.
Obwohl es also viele, meist mehr, Frauen* gibt, die an Universitäten studieren, sind nur
wenige in Führungspositionen, was sich auf die Wissenschaft und das Bild von „dem Mann*
an der Spitze“ zurück führen lässt.
Durch diese Diskriminierung geht viel wissenschaftliches Potenzial verloren. Man bedenke
wie viel vielleicht schon erreicht wäre, hätte man auch Frauen* gefördert und hätten sie sich
auf ihre Forschung konzentrieren können und für ihre Arbeit Anerkennung bekommen ohne
Angst und ohne Druck von ihren männlichen Kollegen* .- Ohne Sexismus!

https://hackadaycom.files.wordpress.com/2015/12/lise.jpg?w=646 Foto:
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Infobox

Heute ist FemFriday!

Der FemFriday dient dazu, FLINT*-Personen (Frauen*, Lesben*, Inter*, Non-Binary* und Trans*-Personen) einen Ort und Raum zu geben, über Themen zu schreiben und zu diskutieren; manchmal Themen, die oft sehr männlich belastet sind. Durch den FemFriday soll diese Männer*domäne aufgebrochen und FLINT*-Personen gestärkt werden!