21. September 2018
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Friede, Freude, Eierkuchen?

Heute ist der 21. September – der Tag des Weltfriedens. Die Existenz dieses bedeutenden internationalen Tages und seine lange Entstehungsgeschichte sind vielen Menschen allerdings nicht bekannt. Viele unserer Mitmenschen halten ihn im 21. Jahrhundert sogar für nicht mehr aktuell und überholt. Die Frage nach der heutigen Bedeutung und Aktualität dieses Tages kennt allerdings nur eine klare Antwort.

Die Geschichte des Weltfriedenstages

Jedes Jahr wird am 21. September der Weltfriedenstag gefeiert. Ein Tag, der dafür genützt werden soll, Frieden sowohl innerhalb aller Länder und Völker als auch zwischen ihnen zu beobachten und zu stärken. Er wurde am 21. September 1981 von der Generalversammlung der Vereinten Nationen ausgerufen und am 30. November desselben Jahres in einer UN-Resolution zum „International Day of Peace“ erklärt.

Die Geschichte dieses Tages hat ihre ersten Ansätze allerdings schon wesentlich früher: So trafen sich beispielsweise am 22. Februar 1896 pazifistische Künstler_innen und mehrere Minister_innen in einem britischen Atelier zu einer Kundgebung für eine internationale Schiedsgerichtsbarkeit. Diese Schiedsgerichtbarkeit sollte dafür sorgen, Kriege durch die rechtzeitige Klärung von Streitfragen zu verhindern. Die Kundgebung erhielt große Aufmerksamkeit, was zur Folge hatte, dass sich pazifistische Organisationen aus verschiedenen Ländern von nun an dafür einsetzten, zukünftig in jedem Jahr an diesem Tag Friedensdemonstrationen abzuhalten.

Zwei Jahre später wurde am 18. Mai 1898 die erste Haager Friedenskonferenz abgehalten. Die teilnehmenden Regierungsvertreter_innen beschlossen dabei die Errichtung des internationalen Schiedsgerichtshofes in Deng Haag. Eine der Hauptforderungen der mittlerweile immer größer werdenden internationalen Antikriegsbewegung wurde somit erfüllt und der 18. Mai bis 1914 vorerst als Friedenstag gefeiert.

Nach dem Ende des 1. Weltkrieges gründeten pazifistische Organisationen in Deutschland 1918 die Kampagne „Nie wieder Krieg!“. Das Ziel der Kampagne waren alljährliche Massenkundgebungen, die an die Kriegsgreuel des vergangenen Weltkrieges erinnern sollten. Durch den Beitritt von Vertreter_innen der SPD, der USPD und des Allgemeinen Deutschen Gewerkschaftsbundes in den „Nie-wieder-Krieg-Ausschuss“ im Jahre 1921, wurde die Antikriegsaktion zur Massenbewegung. In den nachfolgenden Jahrzehnten und vor allem in den Jahren des 2. Weltkriegs ging die Bewegung in den Wogen des Krieges zwar etwas unter, nach Kriegsende fand sie allerdings umso mehr Zulauf, der bis heute stätig anwächst und die Antikriegsaktion dadurch zu einer globalen Bewegung macht.

 

Die Aktualitätsfrage

Aber was für eine Bedeutung hat der Weltfriedenstag nun im Jahr 2018? Bei der Betrachtung des eigenen Freund_innen– und Familienkreises, sowie bei der Gesellschaft eines privilegierten Industriestaates, mögen viele annehmen es bräuchte keinen internationalen Tag des Friedens mehr. Wird das Ganze jedoch auf globaler Ebene betrachtet, liefert die Realität schnell zahlreiche Gegenbeweise für diese getrübte Wahrnehmung: Krieg, Mord und Todschlag prägen auch im 21. Jahrhundert immer noch den Alltag zahlreicher Menschen weltweit. Es ist daher sehr wichtig sich auch dann weiterhin für Frieden einzusetzen, wenn im eigenen Umfeld bereits Frieden herrscht. Einerseits um jenen Frieden zu erhalten, andererseits weil es in einer solchen Situation möglich ist, aktive Hilfe zu leisten und für eine tatsächliche Verbesserung an anderen Orten der Erde zu sorgen.

Dies ist auch jener Punkt an dem wir Schüler_innen ins Spiel kommen: wir als Teil der Gesellschaft und als Generation von Morgen haben die Pflicht uns für Freiheit und Frieden einzusetzen! Wir alle müssen daher dafür sorgen, dass die Werte der Friedenserhaltung und die der Antikriegsbewegung in unseren Alltag und unser Handeln einfließen. Es muss außerdem dafür gesorgt werden, dass wir diesen Werten Raum in unserer Bildung geben, um sie dadurch noch fester in unserer Gesellschaft zu verankern und sie darüber hinaus zu einer Basis für nationales sowie internationales politisches und wirtschaftliches Vorgehen zu machen. Ja, der Weltfriedenstag ist demnach heute genauso wichtig wie er es damals war und wird es auch in Zukunft immer bleiben!

Es bleibt also nur noch eins zu sagen: „Nie wieder Krieg und einen schönen Weltfriedenstag euch allen!“

peace-529380_1920 Foto: peace-529380_1920

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