25. Mai 2018
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Repeal the 8th!

Pro-Choice is Ois!

Heute, am 25.5.2018, stimmt Irland darüber ab, ob Schwangerschaftsabbrüche legalisiert werden sollen.

Tausende Irinnen* werden jedes Jahr ungewollt zu „Abtreibungstouristinnen*“. Das heißt, sie nehmen Reisen ins Ausland – meist ins Vereinigte Königreich – auf sich, um dort einen legalen Schwangerschaftsabbruch durchführen zu lassen. Seit 1983 ist nämlich in der irischen Verfassung verankert, dass Abtreibungen illegal sind. Im Februar diesen Jahres wurde beschlossen, dass es am 25.5. ein Referendum geben soll, bei dem abgestimmt wird, ob dieser Paragraph gestrichen werden soll oder nicht. Unter dem Hashtag #repealthe8th machen sich Pro-Choice-Aktivist_innen dafür stark, dass der Paragraph abgeschafft wird.

Was ist „the 8th“?

Die Kampagne #repealthe8th bezieht sich auf das „8th Amendment“, also den 8. Zusatzparagraphen der irischen Verfassung, der 1983 hinzugefügt wurde und besagt, dass das Leben eines Fötus gleich viel Wichtigkeit besitzt, wie das einer Frau*. Schwangerschaftsabbrüche sind somit unter allen Umständen (auch nach Missbrauch oder bei gesundheitlichen Bedenken) illegal und bei der Durchführung eines solchen ist mit einer bis zu 14-jährigen Haftstrafe zu rechnen. Die katholische Kirche hat seit der Emanzipation Irlands vom protestantischen Britischen Reich einen sehr starken und direkten Einfluss auf die irische Politik, was Mitgrund für die Beständigkeit des Verbots ist. Unter allen EU-Mitgliedsstaaten hat Irland mit Abstand die restriktivste Gesetzeslage, was von vielen Seiten kritisiert wird, das UN-Komitee für Menschenrechte bezeichnet die Regelung als „grausam, unmenschlich und erniedrigend“.

Solidarity, Sisters*!

Zur Zeit sind Abtreibungen auch in Österreich nicht ohne Hürden durchzuführen, sie sind zum Beispiel nicht kostenlos und die Durchführung ist nur binnen der ersten drei Schwangerschaftsmonate legal. Jede Frau* muss über ihren eigenen Körper verfügen können. Egal, aus welchem Grund eine Frau* nicht schwanger sein möchte, beziehungsweise kein Kind bekommen oder großziehen möchte, es muss in ihren Händen liegen, ob sie sich für einen Schwangerschaftsabbruch entscheidet, nicht in denen der Kirche oder des Staats. Kämpfen wir gemeinsam für legale, sichere und barrierefrei zugängliche Abtreibungen!

Solidarität mit allen Irinnen*, die für ihr Recht auf Selbstbestimmung kämpfen – Repeal the 8th!

Syntax Redaktion Foto: Syntax Redaktion
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