18. März 2018
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Wir berichten vom größten Seminar des Jahres! #svkreports

Der SVK wurde 25 Jahre alt und der Syntaxblog war live dabei!

Der Syntaxblog war als Workshop beim Schüler_innenvertretungskongress 2018 dabei!

 

Nummer 1:

Happy Birthday SVK!!!

Das österreichweit größte Seminar der Aktion kritischer Schüler_innen: der SVK! Ausgeschrieben bedeutet das: Schüler_innen-Vertretungs-Kongress. Und genau dieses, von der AKS organisierte, Seminar findet gerade im wunderschönen, verschneiten St. Gilgen in Salzburg statt. So wie jedes Jahr gegen Ende Februar und Anfang März, finden sich hier fast 200 Jugendliche aus den 9 Bundesländern Österreichs zusammen. Die politisch Interessierten verbringen ein Wochenende in der Jugendherberge und nehmen an unterschiedlichen Workshops teil. Dieses Jahr gibt es 10 verschiedene Workshops, welche unten weiter aufgelistet sind. Zusätzlich haben wir pro Workshop einen Teilnehmer oder eine Teilnehmerin zu ihrer Meinung dazu befragt.

Den SVK gibt es schon seit 1993. Inzwischen sind das 25 Jahre und gratulieren herzlichst zum Geburtstag. Alles Gute!

Die diesjährigen Workshops:

  • Bildungspolitik
  • Internationale Vertretung
  • Rhetorik
  • Syntaxblog
  • Fotografie
  • Politische Kunst
  • Kaufen Sie, Kaufen Sie
  • Equal Love, eual Rights
  • Gleichberechtigung
  • Rassismus und Schule

Interview mit bekannten Gesichtern des SVK

Johanna Teufel, 20 Jahre, Vorarlberg/ Wien

Syntaxblog: Wann war dein erster SVK?IMG_9152

„ Mein erster SVK war 2015“

Syntaxblog: Was war dein erster Workshop beim SVK?

„ Rhetorik. Den hab ich gewählt, weil ich mich bei politischen Diskussion besser einbringen wollte.“

Syntaxblog: Dein coolstes Erlebnis bei einem Schüler_innenvertretungskongress?

„ Wir haben bei einem SVK eine Band gegründet!“

Syntaxblog: Was hast du in den letzten Jahren beim SVK gelernt?

„ Ich hab gelernt wie man mit einem großen Transporter in einem sehr kleinen Dorf überall umdrehen und parken kann. Oder wie man über 100 Leute mit Aufwärmübungen zum Skifahren motiviert. Und wie man in einer Nacht ein ganzes Video dreht.“

Syntaxblog: Seit wann bis du bei der Aktion kritischer Schüler_innen dabei und warum?

„Ich bin jetzt seit sieben Jahren bei der AKS dabei, weil ich hier akzeptiert werde wie ich bin, ich muss mich nicht verstellen. Hier kann ich mich entfalten so wie ich es möchte. Die AKS hat mich zu dem Menschen gemacht, der ich heute bin.“

 

Philipp Schrodt, Wien

Syntaxblog: Selbe frage, wann war dein erster SVK?

„Mein erster SVK war, wie bei der Johanna auch 2015“

Syntaxblog: Welchen Workshop hast du damals besucht?

„Ich hab mir den Antirassismus-Workshop ausgesucht“

Syntaxblog: Was fällt die als erstes ein, bei dem Begriff coolstes SVK-Erlebnis ?

„Einmal haben wir nach der Party beschlossen uns heut nicht mehr zu trennen und haben alle unsere Decken und Kissen geholt und haben zu sechst im Badezimmer geschlafen“

Syntaxblog: Was hast du gelernt bzw. mitgenommen in deinen letzten Jahren beim SVK?

„ Ich hab viel gelernt wie ich selber Dinge organisieren kann, viel auch über die Menschen selber, die Erfahrungen die du beim SVK machst, machst du sonst nicht.“

Syntaxblog: Seit wann bist du in der AKS aktiv und warum hast du dich dazu entschlossen?

„ Seit 2014 bin ich bei der Aks und ich finde es einfach cool, was wir Jugendlichen auf die Beine stellen können. Der Schüler_innenvertretungskrongress ist das beste Beispiel dafür. Geht nicht gibt’s nicht, sonder he machs einfach“.

Fazit

Kurz und knapp, der Schüler und Schülerinnenvertretungskongress ist das Seminar um sich weiterzubilden, neue Leute kennenlernen, Spaß zu haben  und das in drei Tagen in St. Gilgen am wunderschönen Wolfgangssee. Seit 25 Jahren kommen wir hierher und werden das auch in Zukunft hoffentlich weiter tun. In diesem Sinne: Happy, happy birthday SVK!

 

Nummer 2:

Bildungssystem in Zeitlupe.

Den aktuellen Stand der Bildungspolitik bekommen viele von uns täglich zu spüren, doch was genau verbirgt sich nun wirklich hinter all diesen ankündigten Reformen? Diese und noch weitere Fragen stellt sich der Bildungspolitik-Workshop am SVK. Dazu haben wir Paul, ein Teilnehmer, nach seiner Meinung bezüglich der aktuellen bildungspoltischen Situation interviewt.

Was genau macht ihr in eurem Workshop und worauf freust du dich schon besonders?

„Wir informieren uns hauptsächlich über die Entwicklung der Bildung in Österreich  vom Mittelalter, über Maria-Theresia, bis zum heutigen Tag. Wir sprachen auch über die Umsetzungspläne der Regierung und über die Rolle der Frau* in der Bildungsgeschichte. Denn Frauen* war es erst Ende des 19. Jahrhunderts möglich in die Schule zu gehen und ein Recht auf Bildung zu erlangen.“

Wie würdest du die aktuelle Bildungspolitik in Österreich bewerten?

„Ich würde dem momentanen Bildungssystem eine 4 geben. Es geht gerade noch so. Ich höre es immer wieder, gerade in der Schule (AHS), dass viel zu wenig auf die Bedürfnisse der Schüler_innen eingegangen wird, selbst wenn die Klassen bereits kleiner geworden sind. Denn durch diesen starren und veralteten Lehrplan kommen gewisse Fähigkeiten, wie Allgemeinbildung und Weiteres, die man später im Leben braucht, einfach viel zu kurz. Dinge wie Medienkompetenz bekommen in einem solchen System leider viel zu wenig Raum. Da man ständig nur auf die Matura fokussiert ist, ist es natürlich auch für uns Schüler_innen schwer, aus höheren Schulen nach 8 Jahren hinauszukommen und dann sagen zu können, man habe etwas fürs Leben gelernt. Das entspricht nun leider nicht der Wahrheit. Ich denke gerade da muss man nochmals neu ansetzen und sich fragen „was möchte man eigentlich mit einer allgemeinen Bildung erzielen?“ Denn wenn ich nun 12 Jahre lang in einem solchen Schulsystem war, aber trotzdem nicht weiß, wie ich meinen Steuerausgleich mache oder einen Mietvertrag aushandle, dann fühle ich mich auf das Erwachsenenleben auch nicht gut vorbereitet. Dann hat das Bildungssystem offensichtlich versagt, leider.“

Welches SChulfach würdest du einführen?

„Auf jeden Fall politische Bildung!“

Was muss sich deiner Meinung nach im Schulsystem ändern?

„Ich würde sagen, kleinere Klassen, viel mehr pädagogische Lerhpersonenausbildungen und auch den Schüler_innen die Möglichkeit geben den Unterricht auch selbst mitgestalten zu können. Dann halte ich auf jeden Fall die Gesamtschule für sinnvoll, da für viele Zehnjährige diese Zukunftsentscheidung zu früh und sehr schwierig ist. Außerdem fällt der Umstieg von Mittelschule auf die Oberstufe schwer. Vielleicht auch noch ein bisschen mehr Lernmethoden, wobei sich dies schon bessert durch junge engagierte Lehrpersonen und neue digitale Medien.“

 

Nummer 3:

Aktionismus für Anti-Rassismus

Laut Statistik Austria würde die Bevölkerung Österreichs mittelfristig ohne Zuwanderung abnehmen. Eine Abnahme der Bevölkerung würde aber einen Zerfall unseres Sozialsystems bedeuten. Warum also, gibt es immer noch Personen, die feindlich gegenüber Zuwanderung reagieren?

Im Rahmen des 25-jährigen SVK in St. Gilgen am Wolfgangsee hat sich eine Teilnehmerin des Workshops „Rassismus und Schule“ dazu bereit erklärt, euch ihre Perspektive zum präsenten Thema Rassismus auszudrücken: Wo begegnen Schüler_innen im Schulalltag Diskriminierung und welche Hürden müssen für eine Schule, frei von Rassismus, überwunden werden?

Die sechzehnjährige Schülerin Paula besucht das BORG Guntramsdorf in Niederösterreich und möchte sich gegen die „Hetzerei von bestimmten Menschengruppen“ und für die allgemeine Gleichberechtigung einsetzen. Paula gibt an, dass ihr im Schulalltag immer wieder fremdenfeindliche Äußerungen und Handlungen begegnen. Ihrer Meinung zufolge hat in den letzten fünf Jahren Rassismus in der Schule deutlich zugenommen.

„Ich möchte, dass wir endlich wieder offener miteinander reden.“

Die Sechzehnjährige hofft in Zukunft auf die Abnahme von Rassismus in der Schule und darauf, dass die Ausgrenzung von Menschengruppen endlich ein Ende hat.

Zusammenfassend ist zu sagen, dass sich nie genug Personen engagieren können. Das Thema betrifft uns alle! Vorurteile müssen endlich aufgebrochen und es muss über den Tellerrand hinausgeblickt werden!

https://commons.m.wikimedia.org/wiki/File:NoBanNoWall_SF_20170204-1728.jpg#mw-jump-to-license

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Nummer 4:

Zwei Mädchen* küssen sich?

Equal Love, Equal Rights. Ein spannendes Thema, auf das im Alltag nicht so viel Rücksicht genommen wird. Beim SVK 2018 gibt es einen eigenen Workshop dazu, weil es auch wichtig ist die Schule zu dem Raum zu machen, in dem sich alle Schüler_innen wohlfühlen können.  Wir fanden wir es sinnvoll, die Möglichkeit zu nutzen, unterschiedliche Meinungen der Jugendlichen aus ganz Österreich zu erfahren. Um einen besseren Überblick über das Thema zu bekommen, haben wir die Leiterin des Workshops und drei Teilnehmer_innen interviewt.

Um das Grundkonzept besser zu verstehen, haben wir zuerst mit der Leiterin des Workshops „Equal Love, Equal Rights“ gesprochen. Die allgemeine Aufgabe des Workshops ist folgende: Den jungen Menschen wichtige Informationen über dieses Thema zu geben, um die Probleme in Zukunft zu vermeiden. Eine der beiden Leiterinnen des Workshops beschäftigt sich schon seit Jahren mit dieser Thematik, weil sie selbst in ihrem Freundeskreis damit konfrontiert wird. Ihrer Meinung nach, ist es notwendig, so früh wie möglich eine Veränderung anzustreben, da in der heutigen Gesellschaft jede Art der Sexualität akzeptiert werden soll.

Auf einem zweitägigen Seminar kann ein so breitgefächertes Thema nicht präzise besprochen werden. Deswegen wurden nur die wichtigsten Themen von den Leiterinnen ausgewählt. Unterschiede der sexuellen Orientierung, Begriffserklärung, wichtige Personen in LGBTQ+ (Lesbian, Gay, Bisexuell, Transgender, Queer), die rechtliche Lage und die Geschichte der Bewegung.

Gleichberechtigung und Gleichbehandlung steht in diesem Workshop an oberster Stelle. „Jede Person ist gleich viel Wert, egal welche Sexualität bzw. Identität sie hat.“, betonte die Leiterin.

Zunächst fassen wir die Aussagen der Teilnehmer_innen kurz zusammen. Die Liebe zwischen Menschen kann und muss unabhängig von Identität und Sexualität existieren. Es gibt viele sexuelle Orientierungen: Homo-, Hetero, Pan-, A- und viele andere. Die befragten Teenager haben uns ebenso berichtet, dass Identität die Fragen „Wie fühle ich mich?“ und „Wer bin ich?“ beantwortet. Das Gegenteil davon ist die Sexualität, welche beschreibt, zu welchem Geschlecht man sich hingezogen fühlt.

Wir haben sie auch bezüglich der Probleme und Nachteile gefragt, die man als eine nicht heterosexuelle Person hat. Diese wären zum Beispiel: öftere Diskriminierungen und Vorurteile, die meistens psychisch und manchmal sogar physisch schmerzhaft sind.

Die Teilnehmer_innen sind mit der Wahl ihres Workshops sehr zufrieden, weil sie neues Wissen über dieses Gebiet mitnehmen konnten, worüber in der Gesellschaft nicht gesprochen wird. Damit viele sexuelle Orientierungen nicht ausgeschlossen werden, wäre der Vorschlag der Teilnehmer_innen des Workshops „Equal Love, Equal Rights“, dieses Thema in den Schulen mehr zu fördern sehr sinnvoll. Um das wichtigste nochmal hervorzubringen: Jeder Mensch ist gleich viel wert!

Foto:

Infobox

#svkreports sind 4 kürzere Artikel, die am SVK 2018 vor Ort geschrieben wurden.
Auch das Video entstand als Projekt im Workshop!