6. Oktober 2017
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Ein Ziel, viele Wege: Wirtschaftswachstum Österreich

Oder: Wie die Parteien so zur Wirtschaft stehen.

Am 15. Oktober sind die Nationalratswahlen. Eines der wichtigsten Themen? Wirtschaft! Die Parteien präsentieren ihre Wirtschaftsprogramme und versprechen den Menschen mehr Geld. Doch was sind die konkreten Vorschläge und Vorstellungen?

Steuern:

Eine Gemeinsamkeit aller Parteien: Sie wollen die Steuern reformieren und das schon immer. Die ganze Zeit wird über Steuerreformen geredet und mit Zahlen durch den Raum geworfen. Wer hat da noch einen Überblick darüber, was jetzt wer tatsächlich fordert?
Die SPÖ möchte mit ihrem Programm die Mittelschicht entlasten.

Das heißt: die Mittelschicht soll weniger Steuern zahlen. Gleichzeitig fordert sie auch, dass große Konzerne mit hohen Einnahmen mehr Steuern zahlen. Die SPÖ will außerdem ein Grundeinkommen von 1.500€ einführen, für das keine Steuern gezahlt werden müssen.
Die FPÖ, die ÖVP und die NEOS sind sich in zwei Punkten einig: Alle drei wollen die Lohnnebenkosten senken. (Lohnnebenkosten werden von Arbeitgeber_innen bezahlt und werden auch als indirekte Personalkosten bezeichnet. Sie beinhalten zum Beispiel den Arbeitgeber_innenanteil an der Sozialversicherung.) Weiters wollen sie die Körperschaftssteuer abschaffen. (Die Körperschaftssteuer ist eine Steuer die Körperschaften statt der Einkommenssteuer zahlen müssen. Körperschaften sind zum Beispiel: Vereine, GmbHs, AGs, Länder, Bund, Kammern, etc.)

ÖVP und FPÖ wollen zusätzlich noch die Lohnsteuer senken und Familien unterstützen.
Die Grünen wollen die Steuern auf den Erwerb senken und dafür die Steuer auf den Energieverbrauch erhöhen. Dadurch sollen sowohl die Umwelt als auch die Arbeiter_innen entlastet werden.

 

Erbschaftssteuer

Ein zurzeit sehr viel diskutiertes Thema ist die Erbschaftssteuer. Die SPÖ fordert eine Erbschafts- und Schenkungsteuer ab 1 Million Euro, die Grünen bereits ab 500.000 Euro. NEOS, ÖVP und FPÖ sind klar dagegen. Mit Einführung der Erbschaftsteuer müssten alle, die mehr als 500.000 bzw. 1 Mio Euro vererbt bekommen, einen gewissen Prozentsatz davon an den Staat abgeben.

 

KMUs und Neugründungen

Ein Thema bei dem sich alle Parteien einig sind, ist die Förderung von Klein- und Mittelunternehmen (KMU) und Neugründungen. Die NEOS wollen sogar bereits in der Schule den Unternehmer_innengeist anregen und fordern einen unternehmerischen Schwerpunkt in der Schule. Auch StartUps sollen stärker unterstützt werden, da sie neue Innovationen und viele Arbeitsplätze schaffen. Mit der verstärkten Förderung von KMUs, Neugründungen und StartUps werden junge Leute gefördert und regionale Projekte bekommen genug Sicherheit um sich am Markt den World Leaders zu stellen.

 

Frauen*sache

Die SPÖ und die Grünen fordern eine Frauen*quote, um Frauen* zu fördern und sicher zu gehen, dass Frauen* auch in hohen Positionen eine Chance gegeben wird. Die SPÖ gibt sogar an, dass das die Wertschöpfung um 5% erhöhen würde. (Die Wertschöpfung ist die Summe der in den verschiedenen Wirtschaftsbereichen entstandenen Einkommen.)

Die FPÖ hingegen ist klar gegen eine Frauen*quote und bezeichnet diese als Bevorzugung eines Geschlechts um bestehende Ungleichheiten auszubügeln. Nach ihrem Motto Fairness steht jedoch sogar die FPÖ, wie die anderen Parteien auch, für gleichen Lohn für gleiche Arbeit. Die SPÖ fordert auch die Lohntransparenz. Sie ist der Meinung das Lohntransparenz zu Lohngerechtigkeit führt.

 

Fazit

Abschließend kann gesagt werden, dass sich die Politik sehr auf Unternehmen konzentriert. Für Steuerentlastungen werden wir nicht als Büger_innen gesehen, sondern als Arbeitgeber_innen und Arbeitnehmer_innen. Alle Parteien wollen einen Wirtschaftsaufschwung und die Steuern senken. NEOS, ÖVP und FPÖ sind mehr darauf konzentriert Unternehmen und Arbeitgeber_innen zu entlasten, die SPÖ will die Mittelschicht entlasten. Die Grünen haben ihren Fokus sehr stark auf das Thema Umwelt gelegt und beziehen dieses auch immer ein. Die Wirtschaft muss für die Grünen nicht nur fair gegenüber den Menschen sein, sondern auch fair gegenüber der Umwelt. Während alle Parteien gleichen Lohn für gleiche Arbeit unterstützen, haben nur SPÖ und Grüne ein Konzept wie das erreicht werden kann.

Die Wirtschaft ist noch immer stark männerdominiert. Nur zwei der fünf Parteien fordern eine Frauen*quote in der Wirtschaft. Foto: aussenpolitik-weiter-denken.de
Die Wirtschaft ist noch immer stark männerdominiert. Nur zwei der fünf Parteien fordern eine Frauen*quote in der Wirtschaft.

Infobox

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