19. Dezember 2016
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Vorturteile und Stereotypen sind überall

Ein sehr persönlicher Text über die Vorurteile und Normvorstellungen, mit denen nicht-weiße Menschen in Österreich konfrontiert sind.

Ich bin in Österreich geboren, spreche fließend Deutsch und identifiziere mich mit diesem Land. Doch trotzdem treffen mich immer wieder die Worte der anderen, wenn sie versuchen mich in eine Schubladen zu stecken. Die meisten Menschen irritiert es wenn ich sage, dass ich lieber Deutsch spreche und diese Sprache besser beherrsche als das Arabische. Denn aufgrund der Herkunft meiner Eltern ist zu erwarten, dass ich mich nicht selber identifizieren darf. Wenn meine Eltern aus Ägypten kommen, so bin ich Ägypterin.

Doch diese Sterotypen gehören aufgebrochen. Denn hier handelt es sich um eine Kategorisierung von Personen anhand bestimmter Merkmale (z.B. Haartracht, Hautfarbe, Alter, Nationalität, Geschlecht). Diese stark vereinfachten Wahrnehmungsmuster üben einen großen Einfluss auf das Verhalten aus – vor allen, wenn es um den Umgang mit Personen und Ländern geht, die wir kaum kennen.

Vorurteile sind ideologisch aufgeladene Wahrnehmungsmuster und in der Regel negativ besetzt. Sie werden oft von Interessengruppen vermittelt. Dass dies unser Denken beeinfusst, ist normal,doch wir dürfen nicht auf diese vorgefertigten Vorstellungen zurückgreifen und müssen Stereotypen aufbrechen. Medien tragen hier eine große Verantwortung, sie können diese Vorturteile entweder verbreiten und festigen – oder aufbrechen. Leider geschieht das Verbeiten von Vorurteilen in größerem Masse, vor allem in den Massenmedien. Immer wieder sind solche Verallgemeinerungen in Boulevardzeitungen zu lesen, ihre Inhalte sind oft primativ und sie füttern ihre Schlagzeilen mit einer großen Menge an Vorurteilen. Davon betroffen sind oftmals sozial schwächere Personen und so enstehen in unserer Gesellschaft oft Zerrbilder und Urteile gegen Arbeitslose, Sozialhilfeempfänger_innen, Wohnungslose und Personen mit Beeinträchtigungen. Dies führt zu einer Ausgrenzung dieser Personen und kann sie daran hindern, sich passend zu integrieren, denn häufig führen Vorurteile und Stereotypen zu einer Entsozialisierung der Betroffenen.

Vorurteile unterscheiden, differenzieren nicht – sie verallgemeinern.

Durch interkulturelles Lernen in der Schule, in Medien, in Büchern, im Internet und durch das Reisen können Vorurteile abgebaut werden. Wichtig ist es, dass Lehrpersonen geschickt mit dem Aufbrechen von Stereotypen umgehen und mit den Schüler_innen über Themen wie Sexismus, Rassismus und Diskrminierung – diskutieren.

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