13. November 2016
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Ein Tag zum Feiern?

Es gibt sie in den unterschiedlichsten Varianten, Häufigkeiten und Formen – internationale Tage, ein Tag der überall auf der Welt einem speziellen Thema gewidmet ist. Während die einen zum Beispiel auf Diskriminierung oder Sexismus aufmerksam machen wollen, gibt es solche, an denen man einfach mal seine Knöpfe zählen soll. (21.10.: Zähle-deine-Knöpfe-Tag). Wer hätte gedacht, dass genau zwischen dem Feier-eine-Party-mit-deinem-Bären-Tag (16.11.2016) und dem Welt-Hallo-Tag (21.11.16) der Internationale Tag der Schüler_innen liegt? Genau um diesen internationalen Tag geht es hier.

Bildungsklau im ganzen Land – unsre Antwort: Widerstand!

Der Tag der Schüler_innen geht auf Proteste von Schüler_innen und Studierende zurück, die für ein besseres Bildungssystem auf die Straße gingen, laut waren und trotz teils blutigen Versuchen, sie niederzuschlagen, nicht lockergelassen haben. Sie haben gezeigt, dass wir als österreichweit größte Berufsgruppe wissen, wie unsere perfekte Schule aussehen muss – und uns nichts davon abhalten kann, dieses Ideal anzustreben. Den mutigen Schüler_innen und Studierenden von damals gilt es heute auf jeden Fall zu danken. Andererseits müssen wir auch jetzt überlegen, was sich noch alles an unserem Schulsystem ändern muss. Nachdem der November am Syntaxblog ganz dem Feminismus gewidmet wird, wollen wir uns unter anderem beleuchten, wie es denn mit Gleichberechtigung in österreichischen Schulen aussieht.

 

Pizzarolls not Genderroles

Noch bis Ende Dezember läuft unsere aktuelle Kampagne „Der Montag kann nix dafür“ (www.aks.at/dermontagkannnixdafür), in der wir unser Bildungssystem auf vier Ebenen kritisieren. Die Kampagne soll zeigen, dass nicht der Montag dafür verantwortlich ist, dass wir uns nach dem Wochenende nicht auf die Schule freuen, sondern unsere Schulen, die nur wenig Platz für Mitbestimmung, modernen Unterricht und Chancengleichheit lassen.
Ein wichtiger Punkt unserer Systemkritik: Rollenbilder. Frauen* haben ruhig, zurückhaltend und charmant zu sein, während von Männern* Aktivität, Selbstbewusstsein und Direktheit erwartet wird. Frauen* telefonieren gerne lange und Männer* machen eben lieber Sport. Egal ob wir das Mathematikbuch oder das Englischbuch aufschlagen – auf zahlreichen Seiten sind Rollenbilder in Beispielen und Bildern versteckt. Während in Mathematikbüchern zu oft nur von Wissenschaftlern und Köchinnen die Rede ist, sieht man im Englischbuch viel öfter Frauen* beim Telefonieren und Männer* beim Sport machen. Das war schon immer so – auch schon in der Volksschule. Lernen wir von klein auf, wie wir uns laut Rollenbildern zu benehmen haben, kommen wir nur schwer davon los, auch Dinge zu tun, die vielleicht nicht typisch weiblich* oder typisch männlich* sind.  Es braucht also Schulbücher, in denen Rollenbilder vermieden und aufgebrochen werden, um einen geschlechtersensiblen Unterricht zu fördern. Nur so beginnt schon der Start in die Woche ohne Rollenbilder. Doch es liegt an uns genau solche Probleme in der Schule anzusprechen und wenn es notwendig ist sogar auf die Straße zu gehen.

 

Wir sind hier und wir sind laut – weil man uns die Bildung klaut!

17. November 2016 – Ein Tag mehr also, an dem wir das Bildungsministerium darauf aufmerksam machen können, was an unseren Schulen falsch läuft und welche Reformen so dringend notwendig wären. Wieviele internationale Tage der Schüler_innen es wohl noch geben wird, bis ihnen unsere Meinungen nicht mehr egal sind? Also heute einmal auf die Schulter klopfen, sich ein bisschen feiern und dann wieder laut und mutig sein, um unserer Bildungsministerin zu zeigen, dass Schule definitiv noch mehr kann.

Schüler_innen streiken Foto: http://bit.ly/2fJyLHD
Schüler_innen streiken
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