21. Dezember 2015
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Ja, ich bin Atheistin

Warum ich Atheistin bin? Eigentlich ganz einfach. 1. Ich kann sonntags ausschlafen, weil ich nicht in die Kirche muss 2. Ich habe keine Angst vor der Hölle, denn die gibt es für mich nicht und 3. Ich habe eine Stunde weniger Unterricht, weil ich mich von Religion abmelden kann. So einfach könnte meine Antwort sein aber natürlich gibt es noch andere Gründe für mich, an kein höheres Wesen zu glauben.

Wie es dazu kam.

Ich bin getauft, habe die Erstkommunion und bin gefirmt. Warum ich das alles bin, wenn ich doch gerade erklären will, dass ich nicht an Gott glaube? Weil ich quasi katholisch geboren wurde. Eine Wahl wurde mir nicht gelassen. Mit der Schule ging ich beichten und Firm-Unterricht hatte ich auch. Dann begann ich an meinem Glauben zu zweifeln.

„Alles passiert aus einem Grund.“ Diesen Satz habe ich schon oft gehört und eigentlich konnte ich nie etwas damit anfangen. Die Kernfrage die ich mir gestellt habe, als ich meinen Glauben an Gott in Frage stellte war, wenn es ein höheres Wesen gibt das alles kontrollieren kann, warum gibt es dann Dinge wie Krieg, Unterdrückung ganzer Völker oder ganz nahe und alltägliche Dinge wie Sexismus, Homophobie, Rassismus und den ganzen weiteren Schwachsinn. Ich kann mich nicht damit abfinden das die einzige Erklärung sein soll, dass alles aus einem Grund geschieht. Meiner Meinung nach passiert alles durch Zufall, Menschen treffen sich nicht, weil Gott es so wollte, es passiert einfach.

Sicherheit oder Freiheitsraub.

Warum sollte ich nicht an Gott glauben? Die meisten Menschen tun es doch. Aber ich bin nicht unbedingt eine Person, die Sachen macht oder glaubt, nur weil es andere auch machen. Das war ich noch nie und werde ich hoffentlich auch nie sein. Ich bin Atheistin und glaube an kein höheres Wesen, das vom Himmel aus alles beobachtet und kontrolliert. Ich behaupte damit aber nicht, dass es dieses Wesen nicht gibt. Ich kritisiere keinen Menschen, der an eine höhere Macht glaubt. Im Gegenteil, manchmal bewundere ich das sogar. Es gibt Tage, an denen ich mir wünschen würde, dass ich die Fähigkeit hätte, ein blindes Vertrauen in etwas zu setzen, von dem sich die Existenz nicht beweisen lässt. Doch meine Art zu denken lässt dieses Vertrauen nicht zu. Ich finde es zu einfach, alles auf eine höhere Macht zurückzuführen. Für viele ist der Glauben etwas beruhigendes, doch für mich ist die bloße Idee eines herrschenden Superwesens, einer autoritären Figur, die Tag für Tag über Gut und Böse entscheidet und sogar meine privaten Gedanken hören kann, ziemlich angsteinflößend. An so ein Wesen zu glauben würde mich beengen, da ich mein Verhalten an religiöse Lebensweisen anpassen müsste. Und das würde mich in meiner persönlichen Freiheit einschränken.

Wir müssen akzeptieren, dass es verschiedene Ansichten gibt. Ob religiös oder nicht, es ist eine persönliche Einstellung. Letztlich müssen wir anfangen, andere zu respektieren egal an wen oder was sie glauben oder eben nicht glauben.

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